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Ratgeber

WordPress selbst hosten oder betreuen lassen?

Webspace kostet wenig, der Rest nicht. Was beim Selbsthosten von WordPress wirklich an Ihnen hängenbleibt – und woran Sie merken, welche Variante zu Ihrem Betrieb passt.

Was Selbsthosten tatsächlich umfasst

Einen Webspace zu mieten ist der kleinste Teil der Aufgabe. WordPress besteht aus dem Kern, einem Theme und meist zehn bis dreißig Erweiterungen, und jeder dieser Bestandteile wird unabhängig von den anderen weiterentwickelt. Wer selbst hostet, übernimmt die Verantwortung dafür, dass diese Teile zusammenpassen – dauerhaft, nicht einmalig.

Dazu kommt die Ebene darunter: PHP-Versionen laufen aus, Datenbanken müssen mitgezogen werden, Zertifikate erneuert, Sicherungen angelegt und – das ist der Punkt, an dem es meistens scheitert – wiederherstellbar gehalten werden.

  • Aktualisierungen von Kern, Theme und Erweiterungen, idealerweise zuerst in einer getrennten Umgebung.
  • Tägliche Sicherung von Dateien und Datenbank, getrennt vom Server selbst gespeichert.
  • Mindestens einmal jährlich eine Wiederherstellung zur Probe. Ein nie zurückgespieltes Backup ist kein Backup.
  • Überwachung der Erreichbarkeit, damit ein Ausfall nicht vom Kunden gemeldet wird.
  • Beobachtung bekannter Sicherheitslücken in den eingesetzten Erweiterungen.
  • Pflege der Serverumgebung, vor allem der PHP-Version, inklusive Test vor dem Wechsel.

Die Rechnung, die selten aufgemacht wird

Der Vergleich lautet selten „Webspace gegen Betreuung“, auch wenn er so geführt wird. Wer ehrlich rechnet, stellt den Kosten für den Webspace die eigene Arbeitszeit gegenüber – und das Risiko, das man mitträgt.

  • Webspace: der sichtbare, kleinste Posten.
  • Arbeitszeit: in ruhigen Monaten eine halbe Stunde, nach einem größeren Update auch ein halber Tag.
  • Erweiterungen mit Lizenz: viele brauchbare Werkzeuge kosten jährlich, sonst fehlen Updates.
  • Ausfall: jede Stunde ohne erreichbare Website ist Zeit, in der Anfragen nicht ankommen.
  • Wiederherstellung nach einem Vorfall: der Posten, der alles andere relativiert, wenn er einmal anfällt.

Woran selbst gehostete Installationen scheitern

In fast allen Fällen, die wir übernehmen, ist es dieselbe Kette: Jemand hat die Seite aufgesetzt, dann die Zuständigkeit gewechselt, und seitdem fasst sie niemand mehr an. Nach zwei Jahren ist der Kern veraltet, drei Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt, und niemand traut sich an das Update, weil unklar ist, was dabei kaputtgeht.

Das ist kein Argument gegen WordPress. Es ist ein Argument dafür, Zuständigkeit und Ablauf vorher festzulegen: Wer aktualisiert, in welchem Abstand, und wo wird vorher getestet.

Wann Selbsthosten die richtige Wahl ist

Es gibt gute Gründe dafür, und sie haben alle mit vorhandenen Fähigkeiten im Haus zu tun.

  • Es gibt eine Person mit technischem Hintergrund, und ihre Zuständigkeit ist schriftlich festgehalten.
  • Es gibt eine zweite Person, die im Urlaubs- oder Krankheitsfall übernehmen kann.
  • Es gibt eine Testumgebung, in der Updates vor dem Einspielen geprüft werden.
  • Die Sicherung läuft automatisch und wurde mindestens einmal erfolgreich zurückgespielt.
  • Die Website ist nicht der Hauptweg, über den Anfragen hereinkommen.

Was eine Betreuung enthalten muss

Betreuung ist kein geschützter Begriff. Manche Anbieter verstehen darunter Hosting plus automatische Updates, andere übernehmen tatsächlich die Verantwortung für den Zustand der Seite. Fragen Sie deshalb konkret nach, und lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.

  • Werden Updates vorher in einer getrennten Umgebung geprüft oder direkt eingespielt?
  • Wie oft wird gesichert, wo liegt die Sicherung und wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung geprüft?
  • Innerhalb welcher Frist wird reagiert, wenn die Seite nicht erreichbar ist?
  • Sind kleine inhaltliche Änderungen enthalten oder werden sie einzeln berechnet?
  • Gehören Quellcode, Domain und Zugänge Ihnen – und bekommen Sie sie ohne Diskussion, wenn Sie wechseln?
  • Gibt es eine Mindestlaufzeit?

Und wenn es gar kein WordPress sein muss

Ein großer Teil des Aufwands entsteht durch das Erweiterungs-Ökosystem. Viele Unternehmensseiten brauchen davon fast nichts: ein paar Seiten, ein Kontaktformular, gelegentlich eine Meldung. Dafür gibt es Systeme mit deutlich kleinerer Angriffsfläche und spürbar weniger Pflegeaufwand – von TYPO3 für redaktionell anspruchsvolle Auftritte bis zu schlanken Systemen für überschaubare Seiten.

Wenn Sie ohnehin über einen Neuaufbau nachdenken, lohnt sich die Frage, ob WordPress die richtige Grundlage ist oder nur die bekannteste. Wir sagen im Erstgespräch, was in Ihrem Fall trägt – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass Ihre bestehende Installation bleiben kann.

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